25. Der Präsidentschaftswahlkampf

Die ganze Welt verfolgt den US-Präsidentschaftswahlkampf. Für Außenstehende ist der Entertainmentfaktor in diesem Jahr dank Donald Trump besonders groß. Doch so langsam sorgt man sich.

Die Demokraten

Die Verkrampfte
Hillary Clinton ist im Rest der Welt wahnsinnig beliebt. Viele sind überzeugt, dass eine (weitere) Frau der internationalen Politik gut tun würde. Hillary ist erfahren – und verkrampft. Sie hat so lange auf diesen Wahlkampf gewartet, dass sie versucht jeden Moment zu kontrollieren – in Zeiten von Social Media unmöglich. Ihr fehlt das Charisma und die Aufbruchsstimmung, die Bill vor 23 oder Obama vor acht Jahren versprüht haben. Mit viel Glück schafft sie es nicht als Siegerin der Herzen, sondern als geringstes Übel ins Weiße Haus. Drücken wir ihr die Daumen, dass sie ihre Pläne umsetzen kann.

Der Außenseiter
Bernie Sanders wurde lang genug von der eigenen Partei unterschätzt. Er ist bei jungen Leuten beliebt, da er das Establishment offen kritisiert. Als populistischer Außenseiter, der nichts zu verlieren hat, hat er leicht reden und nichts zu verlieren. Sein Programm klingt gut, wird vom Kongress allerdings kaum beschlossen und finanziert werden. Viel heiße Luft?

Die Republikaner

Der Entertainer
Donald Trump ist ein Phänomen und leider der beliebteste republikanische Kandidat. Ähnlich wie Bernie Sanders distanziert er sich vom verkrusteten Establishment und verkörpert als scheinbar erfolgreicher Businessmann alles andere als den typischen Politiker. Angeblich finanziert er sogar seinen Wahlkampf selbst.Trump ist allerdings ein Vollidiot, den man ungern in die Nähe einer Atombombe lassen möchte. Irgendwie trotzt er allen Parodien, die im Internet kursieren und verwandelt seine Bekanntheit in Unterstützung. Das macht Angst. John Oliver zum Phänomen Donald Drumpf: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.

Der Erzkonservative
Der einzige Republikaner, der noch eine Chance gegen Trump zu haben scheint, ist Ted Cruz. Ist das beruhigend? Nein. Cruz ist religiös, anti-Klimawandel, anti-Einwanderung, Pro-Life (gegen Abtreibung), etc. Viele seiner Aussagen sind exakt deckungsgleich mit Trumps.

Die letzte Hoffnung
Kandidat John Kasich ist die letzte Hoffnung der Republikaner weder Trump noch Cruz nominieren zu müssen. Neben den beiden erscheint der Governor von Ohio, moderat (= ja zum Klimawandel, nein zur Abschiebung illegal Eingewanderter). Eine wahre Chance hat er allerdings nicht.

Der umstrittene Chirurg (ausgeschieden)
Nicht nur Trump, auch Ben Carson brachte sich frühzeitig mit Vorschlägen, die ans Naziregime erinnern, ins Gespräch. Er wolle alle Muslime registrieren, die sich in den USA befinden. Wenn man die seit Januar geltenden Einreisebedingungen in die USA in Betracht zieht, muss man mit Gruseln feststellen, dass Carsons Vorschläge gar nicht so weit hergeholt sind. Im Namen der Terrorismusbekämpfung werden seit 9/11 und den jüngsten Anschlägen von Paris viele Überwachungsmaßnahmen geduldet.

 

Die Alternative
Man munkelt, dass New Yorks ehemaliger Bürgermeister Michael Bloomberg noch als unabhängiger Kandidat ins Rennen einsteigen könne, wenn die Republikaner ernsthaft Trump aufstellen (müssen). Auch Bloomberg könnte sich seinen Wahlkampf ähnlich wie Trump zu großen Teilen selbst finanzieren, auch sein Medienimperium dürfte dabei hilfreich sein. Ob der Geschäftsmann aus New York im Rest des Landers allerdings genauso gut ankommt, wird sich dann zeigen…

Die wichtigen Termine im Überblick:
The Skimm Election Calendar
The Skimm Candidates
The Skimm FAQ

 

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