13. In San Francisco das Tanzbein schwingen

Die ganze Welt spricht über das Berliner Nachtleben. Es gebe dort Menschen, die gingen Donnerstags aus und taumelten Sonntags verschwitzt nach Hause. Frisöre weltweit kennen das Berghain – ich hab`s zwar einmal halbherzig versucht reinzukommen, war aber tatsächlich nie drin. Feiern in Berlin bedeutet eintönige Minimal Elektromusik in abgeranzten Baracken aus graffittibeschmierten Holzpaletten (Kater Blau, Wilde Renate, Club der Visionäre, Ritter Butzke…). Immerhin gibt es seit einigen Jahren dank Club Mate eine Alternative zu Red Bull und anderen Substanzen. Die Engtanzparty hab ich leider erst kurz vor Abreise entdeckt.

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Als ich vor fünf Jahren meine Masterarbeit in San Francisco geschrieben habe, hatte ich auch die Gelegenheit, das hiesige Nachtleben zu studieren. Ich wusste also, dass sich die Feierei von Berlin signifikant unterscheidet.

Warum ich trotzdem gern in San Francisco feiern gehe:
1. Sei, was Du willst. Als Kölnerin im Herzen verkleide ich mich gern und fast jedes Wochenende bietet ein Event in den Straßen von San Francisco den Anlass dazu. Sei es Bay to Breakers, Pride oder Morning Glory – die Tanzveranstaltung vor der Arbeit.
2. Es geht schneller zur Sache. Der heilige Franziskaner begibt sich nach dem ersten Drink bereits auf die Tanzfläche, flirtet und zieht gegen 2 Uhr allein oder in Begleitung nach Hause. Statt Döner gibt es auf dem Heimweg Pupusas oder Tacos. Nach ein paar Stunden Schönheitsschlaf gibt es einen nächsten Tag, der vor 18 Uhr beginnt und sich meist weniger verkatert anfühlt als der Berliner Hangover.
3. Die Musikszene ist heterogen. Wie in den meisten amerikanischen Städten wird meist Hiphop und RnB zum Tanzen gespielt (Vertigo, Beauty Bar), es gibt aber auch Salsa, afrikanische Rhythmen (Little Baobap) und 80s Music (Do im Cat Club) oder EDM, vor allem in den Läden, die etwas länger geöffnet sind (Public Works, Mighty, End up).

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