Erdbeben & Andere Katastrophen

Als ich nach San Francisco gezogen bin, musste ich mich erstmals mit Naturkatastrophen auseinandersetzen. Vor allem Erdbeben, die Dürre und daraus resultierenden Waldbrände waren mir aus Deutschland eher unbekannt.

Die San Andreas Spalte zieht sich durch die Westküste von Mexiko bis nach San Francisco. Deswegen werden Häuser hier auch nicht aus Ziegelsteinen, sondern aus Holz gebaut. Damit sie beim Einsturz ihre Bewohner nicht erschlagen. Seit ich in San Francisco wohne, habe ich bereits mehrere Erdbeben miterlebt. Einige waren so stark, dass ich nachts von ihnen geweckt wurde.

Auch wenn Präsident Trump vehement den Klimawandel leugnet, ist die Unberechenbarkeit des Wetters Ausdruck davon. In Kalifornien gibt es Jahre, in denen die Lokalregierungen ihre Bewohner aufgrund der Dürre dazu anhält, sonntags nicht zu duschen, wer seinen Rasen mit einer Sprinkleranlage bewässert, muss mit saftigen Strafen rechnen und Restaurants schenken einem Leitungswasser nur auf Nachfrage aus, trotz der hohen Serviceorientierung der Gastronomie.

So bereitet Ihr Euch richtig vor:
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Datenschutz

In Amerika gibt es drei große Unternehmen, die für die Kreditwürdigkeit zuständig sind und in etwa der deutschen Schufa entsprechen: Equifax, Experian und TransUnion.

 

Jedesmal, wenn man einen Kredit oder eine Kreditkarte beantragt, oder einen Handyvertrag abschließt, wenden sich die Banken oder Unternehmen an eines der drei Unternehmen. Jeder Amerikaner im arbeitsfähigen Alter ist dort mit seiner Sozialversicherungsnummer registriert.

 

Im vergangenen Jahr wurde Equifax gehackt und ca. 2,4 Mio. Nuzterdaten entwendet. Experten haben daraufhin empfohlen, die Kreditanfrage bei allen drei Unternehmen einzufrieren, um zu verhindern, dass jemand mit einer gestohlenen Identität einen Kredit aufnimmt und sich z.B. so ein Auto anschafft.

 

Mein Lieblingskomiker, Erklärbär John Oliver, hat vor Kurzem über den Skandal aufgeklärt und erklärt auf seiner Webseite, wie man die Kreditabfrage bei allen drei Unternehmen einfrieren kann.
  • Hier kannst Du testen, ob Du persönlich vom Equifax-Hack betroffen bist. Falls Du persönlich betroffen bist, kannst Du die Kreditanfrage kostenlos sperren und bekommst eine Versicherung durch LifeLock (ironischerweise ebenfalls durch Equifax vertrieben). Dies kannst Du telefonisch (800-349-9960) oder online beantragen.
  • Hier kannst Du präventiv Kreditanfragen bei Experian einfrieren.
  • Hier kannst Du präventiv Kreditanfragen bei TransUnion einfrieren.

 

Es lohnt sich ebenfalls die App KeepSafe herunterzuladen, um Fotos von persönlichen Dokumenten (z.B. Reisepass etc.) verschlüsselt zu speichern. Disclaimer, der Gründer und CTO Philipp, ist ein befreundeter deutscher Unternehmer. 

 

Aus aktuellem Anlass kannst Du hier nachschauen, ob Du vom Cambridge Analytica/Facebook-Daten-Skandal betroffen bist. Und hier kannst Du Deine mit Deinem Handy synchronisierten Kontakte von Facebook löschen. Hier findest Du meine Interviews mit der Deutschen Welle oder den Tagesthemen zum Facebook-Daten-Skandal.

 

Wie man eine Sozialversicherungsnummer beantragt, ein Bankkonto eröffnet und eine Kreditkarte bekommt, kannst Du hier lesen.

Spenden

Im Vergleich zu Deutschland ist das soziale Netz in den USA etwas breitmaschiger gestrickt, der Staat ist (auf nationaler Ebene) schlanker und der Steuerzahler wird weniger durch Sozialabgaben belastet. Deswegen sind viele Organisationen und Initiativen stärker auf private Spenden angewiesen. Spenden und soziales Engagement gehören hier zum guten Ton.

Spenden an eingetragene gemeinnützige Organisationen (501c3) können steuerlich gelten gemacht werden. Den Status könnt Ihr hier abfragen.

Spendenaktionen können unterschiedliche Formen annehmen. In Kalifornien sind Spendenläufe sehr beliebt (z.B. AIDS/LifeCycle – eine Fahrradtour von San Francisco nach Los Angeles). Wer sich lieber tatkräftig engagieren möchte, kann z.B. über Airbnb Social Impact Experiences unterschiedliche Organisationen kennenlernen. Die Erlöse kommen den gemeinnützigen Organisationen zugute. Im November findet der Movember statt: Die partizipierenden Männer lassen sich einen Monat lang einen Bart wachsen, um Aufmerksamkeit für Prostatakrebs zu schaffen und Spenden zu sammeln. Um die Weihnachtszeit werden auf lokaler Ebene häufig Food oder Toy Drives organisiert (z.B. SFFD).

Hier sind ein paar Organisationen, die ich in den vergangenen Jahren unterstützt habe:
  • Foundation for Puerto Rico – promoting opportunities for social and economic development in Puerto Rico.
  • Hamilton Families – preventing homelessness, providing shelter and stability, returning families to permanent housing and supporting the well-being of children experiencing homelessness.
  • MISSEY – ending child exploitation and empowering its victims.
  • National Immigration Law Center – defending and advancing the rights of immigrants with low income.
  • National MS Society – stopping MS in its tracks, restoring what has been lost and ending MS forever.
  • Southern Poverty Law Center – fighting hate and bigotry and to seeking justice for the most vulnerable members of our society.
  • Vida Verde – providing free overnight environmental experiences for students who otherwise don’t get the opportunity.

Deutsche Welle: Is Facebook too big to fail?

Vor acht Jahren hat mich meine Masterarbeit zum ersten Mal nach San Francisco geführt. Schon damals drehte sich alles um Facebook, denn mein Thema war Monetizing Social Network Sites via Word-of-Mouth Marketing. Gestern habe ich in der Deutschen Welle meine Sicht aus dem Silicon Valley auf den aktuellen Facebook-Skandal geteilt.

Du kannst hier nachschauen, ob Du vom Cambridge Analytica/Facebook-Daten-Skandal betroffen bist. Und hier kannst Du Deine mit Deinem Handy synchronisierten Kontakte von Facebook löschen. Hier findest Du meine Interview mit den Tagesthemen zum Facebook-Daten-Skandal.

FacebookDataBreach: Wie man im Silicon Valley über die Datenaffäre denkt!

Vor acht Jahren hat mich meine Masterarbeit zum ersten Mal nach San Francisco geführt. Schon damals drehte sich alles um Facebook, denn mein Thema war Monetizing Social Network Sites via Word-of-Mouth Marketing. Gestern habe ich in den ARD Tagesthemen meine Sicht aus dem Silicon Valley auf den aktuellen Facebook-Skandal geteilt.

Du kannst hier nachschauen, ob Du vom Cambridge Analytica/Facebook-Daten-Skandal betroffen bist. Und hier kannst Du Deine mit Deinem Handy synchronisierten Kontakte von Facebook löschen. Hier findest Du mein Interview mit der Deutschen Welle zum Facebook-Daten-Skandal.

Comedy und Medien

Eine der ersten Maßnahmen nach meinem Umzug in die USA war der Wechsel von deutschen zu amerikanischen Medien. Schließlich wollte ich in meine neue Welt eintauchen und sie verstehen. Was in Deutschland passiert, verrät ein kurzer Blick auf Shahak Shapiras Twitter Account oder fasst mir mein Vater beim wöchentlichen Anruf kurz zusammen.

 

Mit gesundem Menschenverstand bleibt einem bei Nachrichten nur CNN – the most trusted name in news. Aber Vorsicht: Schnell befindet man sich in einer äußerst Trump kritischen Blase. Auch wenn ich sowohl den Journalisten als auch den eingeladenen Panelisten – außer dem token Trumpverteidiger in der Runde – ausnahmslos zustimme, so ganz objektiv geht es hier auch nicht zu. Jeder Fehltritt Trumps – und davon gibt es mehr als genug – wird genüßlich seziert, begutachtet und 36 mal rumgedreht und jeder Gesichtsausdruck Robert Müllers, Special Prosecuter in der Russlandaffaire, wird stundenlang von Panelisten gedeutet. Zwischendurch wird von Tom Steyer für Trumps Impeachment geworben. Wem die Politik auf die Nerven geht, der kann zu Anthony Bourdains Kochshow Parts Unknown umschalten.

 

Mit junger, frischen Stimme beleuchtet Vice das Alltagsgeschehen oder berichtet in Reportagen über Obdachlosigkeit, Gun Control etc.

 

Die besten Online- (früher auch bekannt als Print-) Medien sind die gute alte New York Times und die Washington Post– auch nach Übernahme durch Amazon Chef Jeff Bezos.

 

Um morgens schnell auf den neuesten Stand zu kommen, lohnt sich der Newsletter The Skimm. Nachrichten werden hier knackig formuliert und bei Bedarf gut erklärt. Chapeau an die Gründerinnen.

 

Die wahren Helden sind jedoch die Komiker, die in Zeiten Trumps keine mehr sein dürfen. Danke, Trevor Noah, Seth Meyers und Alec Baldwin als Trump bei Saturday Night Live, dafür, dass ihr mir aus der Seele sprecht und mich zum Lachen bringt, wenn ich eigentlich vor Wut schreien mag. Besonderer Dank an den Erklärbar John Oliver, dass Du uns auch komplexe Themen wie Kryptowährungen erklärst.

Obdachlosigkeit

San Francisco und das Silicon Valley sind weltweit bekannt als Geburtsstätte der großen Ideen von morgen: Drohnen, selbstfahrende Autos… Die meisten Touristen buchen sich ein Hotel Downtown, in der Nähe des Union Square. Im Herzen San Franciscos zwischen Rathaus, Oper und Shopping Malls treffen sie auf Obdachlose. Das mag zunächst verstörend wirken, wenn man auf der Suche nach Hippies mit Blumen im Haar ist, bringt Touristen und Anwohner, darunter auch viele Mitarbeiter von Technologieunternehmen auf der Suche nach dem nächsten großen Ding, zurück in die Realität.

Laut Obdachlosigkeitszensus gab es in 20177.499 Obdachlose auf den Straßen San Franciscos. Die Hauptursachen sind meiner Einschätzung nach eine Abwärtsspirale aus psychischen Problemen und Drogenabhängigkeit. Dies ist vor allem für Europäische Einwanderer oder Touristen schwer nachvollziehbar, die ein soziales Netz und eine Gesundheitsversorgung gewöhnt sind, die psychische Krankheiten und Sucht bekämpfen und behandeln. Viele Obdachlose sind Veteranen; die USA hat deutlich mehr Veteranen als alle anderen Länder (= 24 Mio. in 2010).

Angesichts der akuten Krise, konzentrieren sich viele Organisationen auf die Grundversorgung und bieten Obdachlosen vorübergehende Unterkunft, Essen und Duschen, adressieren aber nicht die Ursachen des Problems. Andere Initiativen konzentrieren sich auf die Prävention von Obdachlosigkeit durch das Angebot von bezahlbarem Wohnraum – eine Rarität in San Francisco. Die lokale Regierung hat in den letzten Jahrzehnten den Wohnungsmarkt tot reguliert. Es gibt kein Angebot, und keine Anreize bezahlbaren (oder überhaupt) Wohnraum zu bauen. Weitere Regulierungen führen vermutlich nicht aus der Krise.

San Francisco ist von Wasser umgeben, und Initiativen zum Bau nach oben, werden häufig von lokalen NIMBY (Not in my backyard) Initiativen gestoppt. Diejenigen, die Wohnraum gefunden haben, möchten nicht auf ihre Aussicht verzichten.

Viele Technologieunternehmen engagieren sich zögerlich, nachdem sie in den vergangenen Jahren vergeblich versucht haben, sich von dem Problem zu distanzieren. Gut bezahlte Mitarbeiter von Startups werden für den Mangel an Wohnraum und die Gentrifizierung verantwortlich gemacht. Busse, die die Mitarbeiter ins Silicon Valley fahren, werden mit Tomaten beschmissen.

Laut Director des Department of Homelessness and Supportive Housing, kann die Stadt ohne private Zuwendungen das Problem nicht bekämpfen. Ansässige Unternehmen und Privatpersonen haben begonnen Maßnahmen zur Prävention, Bekämpfung und Beendigung von Obdachlosigkeit zu finanzieren. Airbnb unterstützt beispielsweise, die Hamilton Stiftung zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit von Familien.

Trotz allem wohne ich gern in San Francisco und meide auch Straßenzüge, in denen Obdachlose zelten, nicht. Ich bin überzeugt, dass die Krise in den kommenden Jahren überwiegend bekämpft werden kann und muss.

Hier sind ein paar einfache Schritte, die jeder von uns tun kann, um Obdachlosigkeit anzugehen (aufgeschrieben von meiner ehemaligen Kollegin und Stadtplanerin Molly Turner):
  • Informiere Dich und andere über die wahren Ursachen von Obdachlosigkeit.
  • Engagiere Dich für Gesetzgebung, die Obdachlosigkeit bekämpft auf lokaler, staatlicher und nationaler Ebene.
  • Unterstütze Wohnungsbauinitiativen in Deiner Nachbarschaft, indem Du Dich an Deinen Repräsentanten wendest, zu Anhörungen gehst und Dich an Wahlen beteiligst
  • Vermieter mit zusätzlichem Wohnraum können diesen ehemals Obdachlosen zur Verfügung stellen.
  • Engagiere Dich ehrenamtlich bei lokalen Initiativen oder spende.
  • Trete in Kontakt mit Obdachlosen in Deiner Nachbarschaft, frage wie Du sie unterstützen kannst. Meist hilft ein Sandwich oder ein paar Socken schon etwas weiter. Bei medizinischen oder brenzligen Situationen reicht häufig der Anruf der Hotline (933) anstelle der Polizei.