21. Burning Man

 

Seit ein paar Jahren stand das Burning Man Festival auf meiner Bucket List. Mit Wohnsitz in San Francisco hatte ich nun keine Ausrede mehr. Das Festival findet in der Wüste von Nevada statt und bedarf eines gehörigen Vorlaufs. Aber auch von Deutschland lässt sich der Trip planen.

Richtig planen:

  • Tickets: Das Festivalticket kostet regulär 390 USD, kann aber auch vorab für 800 USD erworben werden. Zunächst muss man sich auf der offiziellen BM Webseite ein Profil anlegen. Die Tickets werden Anfang Februar online verkauft. Man sollte sich Datum und Uhrzeit genau im Kalender markieren, da die Tickets direkt ausverkauft sind. Um zwei Tickets kaufen zu können, sollte man darauf achten, dass die Kreditkarte ausreichend belastet werden kann. Wer in der ersten Runde selbst keins ergattert, kann es erneut über den sicheren BM Re-Sale Step versuchen oder Last Minute Tickets von Freunden und Kollegen erwerben, die es sich spontan anders überlegen.
  • Vehicle Pass: Falls Du nicht planst, mit dem Burner Express Bus zu fahren, benötigst Du auch ein Ticket pro Fahrzeug (Auto, Van, Wohnmobil oder Umzugswagen), das Du ebenfalls direkt erwerben solltest. Das Auto solltest Du so früh wie möglich buchen, da die Preise immens steigen je näher das Festival rückt. Viele Vermietungen veranschlagen eine BM Reinigungsgebühr. Da muss man durch, denn es ist fast unmöglich dem Verleih zu verschweigen, dass man das Gefährt eine Woche in der Wüste verstauben lässt. Externe Add-Ons wie ein Sonnensegel müssen meist zusätzlich versichert werden. Wir haben unseren Wagen bei Escape Campervans gemietet und waren total zufrieden.
  • Camp: Um Anschluss zu einer Community und Zugang zu Infrastruktur (z.B. Schatten, Küche, Dusche, Bar, Essen) zu bekommen, solltest Du Dich einem Camp anschließen. Einige Camps sind sehr klein und eingeschworen und basteln an jedem freien Wochenende gemeinsam an den Kunstwerken, die sie ausstellen wollen. Andere Camps sind etwas größer und nehmen gegen eine Beteiligung auch Virgins auf. Du sollest Dir gut überlegen, was Dir wichtig ist (Location, Musik, Verpflichtungen z.B. Küchendienst), um das richtige Camp für Dich zu finden. Eine abenteuerliche Alternative ist, ohne Camp freestyle zu campen…
  • Outfit: Neben nützlichen Dingen wie Goggles für den Sandsturm, warmer Kleidung für kalte Nächte und festem Schuhwerk sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Vorfreude entsteht beim Stöbern auf Flohmärkten, in Second Hand Läden und via Etsy. Das Burning Man Motto (2015: Carnival of Mirrors), Mottotage (Tutu Tuesday, White Wednesday) und das Camp geben hier die Richtung vor, der Fantasie sind aber keine Grenzen gesetzt. Und: Weniger ist mehr – außer nachts!
  • Fahrräder: Black Rock City ist während des Festivals die drittgrößte Stadt Nevadas. Um schnell von A nach B zu kommen, sollte man unbedingt ein Fahrrad – am Besten einen Beach Cruiser von Walmart mitbringen. Am Besten verzierst Du das Fahrrad und bringst ein Schloss mit, damit Du es immer wieder findest.
    Geschenke: Bei Burning Man gibt es eine ausgeprägte Gifting Kultur (nicht TAUSCHEN!), man beschenkt sich gegenseitig mit Armbändern, Gedichten, oder kleinen Hand Sanitizern.
  • Verpflegung: Falls Dein Camp kein Wasser und Essen vorrätig hat, solltest Du Dir gut überlegen, wie viel Wasser (1,5 Gallon pro Person und Tag) und Essen (z.B. Energieriegel, Nüsse, Trockenfrüchte etc) Du mitnehmen musst. Vor Ort gibt es außer Kaffee und Eis nichts zu kaufen.

Mythen:

  • Daft Punk Konzert
  • Bugs
  • BM war früher besser und ist jetzt total kommerziell
  • Firechat App zur Kommunikation

Meine Highlights 2015:

  • Playa Weddings
  • Reggae Art Car aus Arizona, Boring Art Car, Planet Earth Club
  • Zufällige Small World Begegnungen
  • Yoga bei Sacred Spaces
  • Bacon aus den Flammen des Burning Man und Stimmung beim Temple Burn
  • Sonnenaufgang
  • Steam bath, Perfoamance
  • Kaffeepausen bei der Word Stage im Center Café

Hilfreiche Links:

Boring Foto von Axelkippenberg.de

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3. San Francisco vs. New York

Im Februar 2014 verbrachte ich erstmals eine ganze Woche in New York. Meine Freundin hatte kurzfristig doch keinen Urlaub bekommen, ich stapfte allein durch den Tiefschnee und dennoch hat es mir die Stadt sofort angetan.

Drei Monate später nahm ich ohne eine Sekunde zu zögern ein Projekt in New York an und lernte so die Stadt noch besser kennen. Auch unser Head of Public Policy wollte bald hierhin ziehen und das Team ausbauen. Mein Leben als New Yorkerin schien in greifbarer Nähe.

Als ich mich im November auf eine Stelle als Projektmanagerin bewarb, die viel Interaktion mit Kollegen in unseren Headquarter voraussetzte, entschied ich mich gemeinsam mit meiner neuen Managerin, dass San Francisco als Standort mehr Sinn machte. Mein Herz hing allerdings noch an New York. Sollte es Euch auch einmal so gehen, überzeugt Euch vielleicht die folgende Liste, San Francisco doch eine Chance zu geben:

Dinge, die in San Francisco viel besser sind:

  • Wetter. In San Francisco ist es nie richtig kalt. Es schneit auch nicht, es gibt kein Glatteis und es regnet äußerst selten. Es ist eigentlich immer so um die 60° F (15° C).
  • Essen. San Francisco ist vermutlich der Ort, an dem mich die Zöliakie am wenigsten einschränkt. Glutenfreie Beilagen und Ersatzprodukte sind eine Selbstverständlichkeit. Die kalifornische Küche ist wahnsinnig gesund und lecker und das beste Sushi der Welt gibt es bei Tekka.
  • Yoga. Die Bewohner von San Francisco bewegen sich gern. Sie joggen die Hügel hoch und runter, gehen im Umland wandern, laufen Marathons und machen vor allem viel Yoga Ich habe Yoga 2012 für mich entdeckt und bin total begeistert von dem lokalen Angebot.
  • Gründerszene. Das Silicon Valley ist einmalig. Die spannendsten Ideen, die talentiertesten Gründer und die erfolgreichsten Investoren sind hier. Ich kann mir nicht vorstellen, in einem anderen Umfeld zu arbeiten oder irgendwann woanders mein eigenes Unternehmen zu gründen.
  • Verhältnis von Männern zu Frauen. Ist Euch schon mal ein gut aussehender Australier mehrere Straßenzüge hinterhergelaufen, um nach einem Date zu fragen? 😉
  • Reisen. Zugegeben, San Francisco ist am Ende der Welt. Allerdings ist es hier sehr schön. Roadtrips in die Nationalparks in den Süden nach LA, in den Norden über Portland und Seattle nach Vancouver, zum Skifahren nach Tahoe, Colorado oder Utah, zu Burning Man in die Weingegenden Napa und Sonoma oder ein Flug nach Hawaii – bevor einen das Reisefieber in die weite Ferne packt, gibt es hier einiges zu erleben.
  • Zen. Die meisten Kalifornier sind entspannt. Auch wenn Gründer viel arbeiten, ist der Umgang miteinander respektvoll und hilfsbereit. Auch auf den Straßen herrscht keine Hektik. In San Francisco wartet man gern mal ein Stündchen auf einen Platz im Restaurant. Der Dresscode ist eher leger und in Bars und Clubs werden ausländische IDs fast immer anerkannt.